Glossar
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ABGELD, ABSCHLAG
Disagio
 
ABSICHERUNGSVERHÄLTNIS
(Hedge Ratio) Das Absicherungsverhältnis gibt an, wieviele Optionen relativ im Verhältnis zur Anzahl der Basiswerte benötigt werden, um sich gegen Preisveränderungen im Basiswert abzusichern.
 
ABWICKLUNG
(Settlement) Durchführung der geld- und stückmäßigen Erfüllung von Börsegeschäften.
 
ABWICKLUNGSPREIS
(Settlement-Preis) Jener Preis, zu dem Börsegeschäfte tatsächlich erfüllt werden. Er wird bei Termingeschäften am letzten Handelstag festgelegt.
 
ADJUSTMENT
Änderung eines bereits abgeschlossenen Wertpapiergeschäftes hinsichtlich Konto, Mitglied, Eröffnung und/oder Glattstellung. Adjustments werden auf Antrag des betreffenden Handelsmitgliedes nach dem Börsehandel durch die Clearing-Stelle durchgeführt ( Clearing).
 
AEM
Abkürzung für Austrian Equity Market.
 
AG
Abkürzung für Aktiengesellschaft.
 
AGIO
(Aufgeld, Aufschlag) Betrag, um den der Emissionspreis bei Neuausgabe von Wertpapieren über deren Nennwert liegt. Gegensatz: Disagio
 
AGM
Abkürzung für Austrian Growth Market.
 
AKTIE
Wertpapier, das einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft verbrieft und dem Inhaber Vermögens- und Mitspracherechte sichert ( Beteiligungspapier). Der Kurs einer Aktie ergibt sich aus Angebot und Nachfrage an der Börse, er repräsentiert den Wert des Unternehmens.
 
AKTIENFONDS
Jene Investmentfonds, die in Aktien eines bestimmten Landes, einer festgelegten Region, weltweit oder in eine Branche investieren. Sie bieten Anlegern die Chance, sich auch mit relativ geringem Kapitaleinsatz an ausgewählten Märkten zu engagieren und eine attraktive "Nachstreurendite" bei reduziertem Risiko zu erzielen.
 
AKTIENGESELLSCHAFT
(AG) Unternehmensrechtsform, bei der die Gesellschafter, die Aktionäre, an dem in Aktien zerlegten Grundkapital beteiligt sind und darüber hinaus nicht haften.
 
AKTIENINDEX
Index
 
AKTIENKURS
Preis von an den Börsen gehandelten Aktien. Der Kurs ist als Marktpreis das Ergebnis des im Zeitpunkt der Kursbildung bestehenden Verhältnisses von Angebot und Nachfrage. Wichtige beeinflussende Faktoren sind dabei die wirtschaftlichen Erwartungen, die in ein börsenotiertes Unternehmen gesetzt werden, aber auch volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen (v.a. Zinsen), politische Erwartungen, Spekulationen und Interessenskäufe.
 
AKTIENMARKT
Der gesamte den Handel mit Aktien betreffende Börsemarkt ( Rentenmarkt, Wertpapiermarkt).
 
AKTIENOPTION
Option, deren   Basiswert eine Aktie ist.
 
AKTIENSPLIT
Teilung des Nennwertes in kleinere Einheiten, wobei das Grundkapital und der Gesamtwert der Aktien unverändert bleiben. Bsp.: Eine Aktie mit dem Nennwert 100 notiert vor dem Split bei EUR 1.200. Durch eine Teilung auf 10 Aktien mit Nennwert 10 wird die Aktie optisch leichter. Eine Aktie kostet nach dem Split EUR 120. Ein Aktienbesitzer, der vor dem Split eine Aktie mit dem Nennwert 100 (Kurswert EUR 1.200) besessen hat, besitzt nach dem Aktiensplit 10 Aktien à Nennwert 10 (Kurswert 10 x 120 = 1.200). Der Wert seiner Veranlagung hat sich daher nicht verändert.
 
AKTIONÄR
Inhaber von Aktien, dem Vermögens- und Mitspracherechte zustehen.
 
AKTIONÄRSBRIEF

Mitteilung des Vorstandes einer Aktiengesellschaft, in der die Aktionäre im Laufe des Geschäftsjahres, meist halb- oder vierteljährlich, über den Geschäftsgang des Unternehmens informiert werden.
 
AKTIVA
Alle Vermögenswerte eines Unternehmens, die in der Bilanz des Unternehmens enthalten sind und den Passiva (Verpflichtungen) gegenübergestellt werden.
 
ALPHA-FAKTOR
Ein Faktor, der die Über- oder Unterbewertung einer Aktie ausdrückt. Ein positiver Alpha-Faktor für eine Aktie bedeutet, daß die Aktie unterbewertet, ein negativer Alpha-Faktor, daß sie überbewertet ist.
 
AM GELD
(at the money, ATM) Sowohl Call-Optionen als auch Put-Optionen liegen am Geld, wenn Ausübungspreis und Kurs des Basiswertes gleich sind.
 
AMERIKANISCHE OPTION
Option amerikanischen Stils
 
AMTLICHER HANDEL
Jene börserechtliche Zulassungsform an der Wiener Börse mit den strengsten Zulassungsvoraussetzungen und Publizitätsvorschriften  ( Zulassungsverfahren). Daneben besteht für Wertpapiere noch die Möglichkeit, zum Handel im Geregelter Freiverkehr zugelassen zu werden, und die Einbeziehung in den Sonstiger Wertpapierhandel.
 
ANDIENUNGSPREIS
(Invoice Amount) Abrechnungsbetrag, der bei Lieferung einer bestimmten Anleihe (i) am Liefertag zu bezahlen ist. Andienungspreis ist Exchange Delivery Settlement Price mal Konversionsfaktor von i plus Stückzinsen von i.
 
ANFANGSKURS
(Opening) Erster Kurs für ein Wertpapier am Beginn der Handelszeit ( Schlußkurs).
 
ANLEIHE
Forderungs(wert)papier mit genau festgelegten Bedingungen hinsichtlich Verzinsung, Laufzeit und Rückzahlungsverpflichtungen, mit dem die Großschuldner längerfristige Darlehen aufnehmen. Großschuldner sind die öffentliche Hand (Bund, Länder, Gemeinden), Großunternehmen und Banken.
 
ANONYME KONTEN
Spar- oder Wertpapierkonten, die lediglich eine Nummer tragen und ausgestellt werden, ohne daß der Name des Kontoinhabers bekannt ist.
 
ANTRAGSRECHT
Recht der Aktionäre, in der Hauptversammlung selbst Anträge zu stellen.
 
ARBITRAGE, ARBITRAGESCHÄFT
Geschäft, das Preisunterschiede für dasselbe Produkt an verschiedenen Märkten zur Gewinnerzielung ausnützt. Z.B. Unterschiede zwischen gleichwertigen Positionen am   Kassa- und   Terminmarkt oder auch Kursunterschiede einer Aktie an verschiedenen Börsen.
 
ARRANGEMENT
Organisationsform der Abwicklung an der Wiener Börse. Alle abgeschlossenen Geschäfte werden börsetäglich saldiert und abgerechnet und drei Tage später (T + 3) erfüllt.
 
ASK
Briefkurs
 
ASSIGNMENT
Zuteilung
 
AT THE MONEY
am Geld
 
ATM
Abkürzung für at-the-money, am Geld
 
ATS
Internationale Abkürzung für österreichische Schilling
 
ATX
(Austrian Traded Index) Ein von der Wiener Börse entwickelter und real-time ( Real-Time-Index) berechneter Preisindex, der das Blue-Chip-Segment des österreichischen Aktienmarktes abdeckt und die rund 20 liquidesten Aktien der Wiener Börse enthält ( ATX Market). Die Aktien werden nach ihrer Marktkapitalisierung gewichtet, weshalb Werte mit einer hohen Kapitalisierung einen stärkeren Einfluß auf den ATX haben. Der ATX ist Basiswert für an der Wiener Börse gehandelte und in Euro abgerechnete > Futures und Optionen. Ausgangspunkt für die Berechnung des ATX ist der 2. Jänner 1991 mit 1.000 Punkten.
 
ATX MARKET
Im ATX Market, dem Blue-Chip-Segment des Austrian Equity Market, werden jene Aktien notiert, die zum Amtlichen Handel zugelassen, im ATX enthalten sind und von einem Specialist und mindestens zwei Market Makern betreut werden. Weiters gelten spezielle Publizitätsvorschriften.
 
ATX50
Ein Preisindex, der sich aus den 50 attraktivsten österreichischen Aktien inklusive der des ATX zusammen setzt. Der ATX50 ist somit breiter als der ATX und dient v.a. als Benchmark für institutionelle Investoren. Startwert des ATX50 ist 462,49 per 31. Oktober 1995.
 
ATX50P
(ATX50Performance) Setzt sich aus den gleichen Aktien wie der ATX50 zusammen, gibt aber als Performanceindex Auskunft über die vollständige Wertentwicklung eines Portfolios inklusive Gewinnausschüttung. Startwert des ATX50P ist 462,49 per 31. Oktober 1995.
 
ATXMC
(ATX-MidCap) Preisindex, der die wichtigsten Nicht-ATX-Werte umfaßt und als ATX50 minus ATX definiert ist. Startwert des ATXMC ist 308,33 per 31. Oktober 1995.
 
AUCTION MARKET
In das Marktsegment Auktionsmarkt werden die weniger liquiden Aktien bzw. Partizipationsscheine eingordnet. Diese müssen entweder zum Amtlichen Handel oder Geregelten Freiverkehr zugelassen sein. Am Auction Market sind Market Maker in der Auktionsphase möglich, aber nicht unbedingt erforderlich.
 
AUFGELD, AUFSCHLAG
Agio
 
AUFSICHTSRAT
Gesellschaftsorgan der Aktiengesellschaft, das den Vorstand bestellt, abberuft und überwacht. Der Aufsichtsrat wird von der Hauptversammlung gewählt und vertritt die Interessen der Eigentümer ( Aktionäre).
 
AUFTRAG
(Order) Willensbekundung eines Kunden, Wertpapiere zu kaufen bzw. zu verkaufen. Ein Auftrag kann nach bestimmten Kriterien spezifiziert werden: Zusammensetzung des Auftrages (einfach/kombiniert) und Behandlung im Auftragsbuch (Zeitraum der Gültigkeit von limitierten Aufträgen, Ausführungsbeschränkungen bei unlimitierten Aufträgen).
 
AUFTRAGSBUCH
(Orderbuch) Im zentralen Auftragsbuch einer Börse werden mit Ausnahme von Bestensaufträgen alle Aufträge gespeichert und auf ihre Durchführbarkeit untersucht und schließlich durchgeführt. Im Auftragsbuch ist daher jederzeit die aktuelle Auftragslage ersichtlich.
 
AUS DEM GELD
(out of the money, OTM) Ein Call ist aus dem Geld, wenn der Kurs des Basiswertes unter dem Ausübungspreis liegt. Ein Put ist aus dem Geld, wenn der Kurs des Basiswertes über dem Ausübungspreis liegt.
 
AUSFÜHRUNGSBESCHRÄNKUNGEN

Ausführungsbeschränkungen dienen der Spezifikation von Bestensaufträgen und sind entweder als Fill Or Kill oder als Immediate Or Cancel ausgestaltet.
 
AUSGABEPREIS
Emissionspreis
 
AUSKUNFTSRECHT
Recht der Aktionäre, in der Hauptversammlung Fragen, die die Gesellschaft und das Geschäftsergebnis betreffen, an den Vorstand zu richten. In Ausnahmefällen darf der Vorstand die Auskunft verweigern.
 
AUSSCHÜTTUNG
Jener Teil des Gewinnes, der bei Beteiligungspapieren bzw. Investmentzertifikaten an die Inhaber der Wertpapiere ausbezahlt wird.
 
AUSSERBÖRSLICHER HANDEL
(OTC-Markt, over-the-counter Market, Interbankenmarkt) Der Markt, an dem der Handel von Wertpapieren, Geld, Devisen o.a. außerhalb der Börse, zwischen den Handelsteilnehmern direkt, stattfindet.
 
AUSSTELLEN
Schreiben
 
AUSTRIAN EQUITY MARKTET
(AEM) Marktsegment der Wiener Börse, an dem über Xetra Aktien und Partizipationsscheine gehandelt werden. Der Austrian Equity Market besteht aus den drei Teilsegmenten ATX Market, Specialist Market und Auction Market
 
AUSTRIAN GROWTH MARKET
(AGM) Marktsegment der Wiener Börse, an dem Aktien von Wachstumsunternehmen gehandelt werden. Diese Aktien müssen entweder zum Amtlichen Handel oder zum Geregelten Freiverkehr zugelassen sein, und ein Specialist muß sich zur permanenten Quotierung verpflichten.
 
AUSTRIAN TRADED INDEX
ATX
 
AUSÜBUNG
Erklärung eines Optionsinhabers, daß er den Basiswert gemäß den vereinbarten Bedingungen zu kaufen (bei Call) bzw. zu verkaufen (bei Put) wünscht.
 
AUSÜBUNGSPREIS
(Strike price, Exercise price, Basispreis) Preis, zu dem der Basiswert bei Ausübung der Option gekauft bzw. verkauft werden kann.
 
AUSÜBUNGSPERIODE, -ZEIT
Zeitraum, während dessen Ausübungen im Clearingsystem ( Clearing) vorgenommen werden können.